[Business] Banken: Booz & Company zweifelt an Zukunft der Währung Euro

Mai 15th, 2010

Der Chef der Unternehmensberatung Booz & Company, Shumeet Banerji, zweifelt an der Zukunft des Euro. «Wenn man die Spannungen zwischen den starken und den schwachen Mitgliedstaaten der Währungsunion sieht, ist es schwer vorstellbar, wie dies auf Dauer funktionieren soll», sagte der Inder der «Welt am Sonntag» laut Vorabbericht. Zwar wollen die großen EU-Länder dieses Projekt nach Banerjis Einschätzung nicht aufgeben, denn «besonders für Deutschland und Frankreich» sei der Euro «zentraler Bestandteil der politischen Identität». Für eine Stabilisierung der Währungsunion wäre jedoch «eine drastische Haushaltssanierung in schwächeren Ländern nötig, die politisch sehr schwer durchsetzbar sein wird», sagte Banerji.

Nach Überzeugung des Unternehmensberaters sind Spekulanten an den Finanzmärkten nicht die Hauptverantwortlichen für die Schuldenkrise in Europa. «Die Ursache liegt in der Wirtschaftskraft einiger Euro-Länder wie Griechenland», sagte Banerji. Sie hätten zwar eine gemeinsame Währung mit Frankreich und Deutschland, aber bei Weitem nicht das gleiche Produktivitätsniveau. «Aus der Sicht dieser Länder ist der Euro überbewertet – damit sind sie nicht mehr wettbewerbsfähig», bilanzierte Banerji. Diese Probleme hätten Länder wie Griechenland oder Portugal über Jahre hinweg nur überdeckt, indem sie hohe Schulden aufgenommen hätten. «Man hat das Geld ja als Mitglied der Euro-Zone günstig bekommen.»

Trotz der fundamentalen Probleme zeigte Banerji Verständnis für das Rettungspaket der EU-Staaten. «Die Pleite eines Staates weist eine andere Dimension auf als die Insolvenz einer Bank. Deshalb kann ich verstehen, dass Europa das nicht zugelassen hat», sagte er. Ob die zur Verfügung gestellten 750 Milliarden Euro ausreichen werden, um die Lage zu stabilisieren, wollte Banerji nicht abschließend bewerten. Er gab jedoch zu bedenken: «Gemessen an der Verschuldung der Euro-Länder ist diese Summe nicht besonders hoch.»

tf/mei/

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Von techfieber • Abgelegt unter NEWS

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