Hamburg (dpa-infocom) – Er ist cool und kantig, selbstbewusst und wirkt aus manchen Perspektiven fast schon ein bisschen böse: Weil er neben Studentinnen und jungen Mütter auch Männer als Kunden gewinnen soll, ist der Nachfolger des Matiz ein Typ mit Ecken und Kanten geworden.
Einen Innenraum mit Pfiff statt Mief
Wo andere Kleinwagen an den Mutterinstinkt appellieren und zum Knuddeln animieren, macht der koreanische GM-Ableger Chevrolet mit dem neuen Spark ab März einen spannenden Gegenentwurf. Das gilt nicht nur für das ungewöhnliche Außendesign mit hoher Haube, stolzem Grill und Scheinwerfern von der Größe zweier Straßenlaternen. Sondern fast noch mehr für den Innenraum, in dem endlich Farbe in das koreanische Einheitsgrau kommt. Nicht nur die Sitzpolster sind bunt bezogen. Inspiriert vom Coca-Cola-Design zieht sich obendrein ein bunter Plastikstreifen quer durchs Cockpit, in dem die Designer gleich ein paar zusätzliche Ablagen untergebracht haben.
Tacho wie in einem Computerspiel
Zum Blickfang gerät allerdings das Kombiinstrument, das wie eine Spielkonsole auf der Lenksäule thront. Neben dem eisblau beleuchtetet Tacho gehört zu ihm auch ein digitales Display für Drehzahlmesser und Bordcomputer, wie man es von Computer-Rennspielen kennt. Das unterstreicht einmal mehr den Abschied vom niedlichen Kleinwagen und soll auch PS-Fans ansprechen. Nicht umsonst findet man solche Instrumente sonst nur bei italienischen Rennmotorrädern.
Viel Platz auf allen Plätzen
Weil Form nicht alles ist, stimmt im Spark auch die Funktion: Bei 2,38 Metern Radstand und 3,64 Metern Gesamtlänge bietet der in Korea montierte Viertürer ordentlich Platz für fünf Personen. Vorne haben selbst große Menschen massig Kniefreiheit. Und hinten können zumindest zwei große Kinder bequem sitzen. Auf Kurzstrecken taugt die Rückbank sogar für Erwachsene. Nur mit der Kopffreiheit ist es im Fond nicht weit her, obwohl der Spark mit 1,52 Metern ungewöhnlich hoch ist. Davon profitiert man spätestens beim Beladen: Ist das normale Fassungsvermögen mit 170 Litern noch bescheiden, passen in den Kofferraum bei umgeklappter Rückbank bis zum Dach immerhin 994 Liter.
Motoren für den Stadtverkehr
Nicht ganz so dynamisch wie das Design sind die Motoren – schließlich ist der Spark nur ein Kleinwagen, bei dem die Kunden eher auf den Preis als auf die PS-Zahl schauen. Deshalb müssen sich Knauser mit einem 1,0-Liter großen Vierzylinder mit 50 kW/68 PS begnügen. Und selbst wer für geschätzte 2000 Euro Aufpreis den 1,2-Liter-Motor bestellt, muss es gemächlich angehen lassen. Für den Stadtverkehr mögen 60 kW/82 PS und 111 Nm noch genügen. Dort schwimmt der ebenso handliche wie übersichtliche Spark locker mit, schlägt im Stopp-and-Go-Verkehr flinke Haken und passt in fast jede Parklücke.
Auf der Autobahn hilft nur Drehzahl
Will man aber auf der Landstraße oder Autobahn mithalten, muss man den Chevrolet ordentlich treten. Und selbst dann braucht der Kleinwagen 12,1 Sekunden bis Tempo 100 und schafft laut Tacho kaum 170 Sachen. Weil das nur mit hoher Drehzahl gelingt, muss man schnell das Radio lauter drehen und obendrein öfter tanken. Die 5,1 Liter aus dem Normzyklus (CO2-Ausstoß: 119 g/km) jedenfalls dürften dann kaum mehr zu halten sein. Doch Chevrolet hat für Spritsparer einen weiteren Trumpf in der Tasche: Wie alle Modelle der Koreaner wird es auch den Spark kurz nach der Markteinführung mit Flüssiggas-Umrüstung geben. Dann, so rechnet die Autogas-Lobby vor, tankt man für die Hälfte.
Der Preis ist mit spitzem Stift kalkuliert
Nachdem Chevrolet zu den großen Gewinnern der Abwrackprämie zählte und den Ruf als Preisbrecher gefestigt hat, üben sich die Koreaner auch bei der Kalkulation für den Spark in Zurückhaltung. Obwohl er stattlicher, stärker und vor allem schöner als der Matiz ist, wird er nur 100 Euro teurer. Er steht für 8990 Euro beim Händler. Zwar wird das spartanische Einstiegsmodell kaum jemand kaufen. Doch selbst mit dem starken Motor und kompletter Ausstattung samt Klimaanlage und CD-Radio wird der Spark nur rund 12 000 Euro kosten und so manch europäischen Konkurrenten düpieren. Nur dass alle Modelle zwar sechs Airbags haben, aber der Schleuderschutz ESP immer Aufpreis kostet, muss keiner verstehen.
Fazit: Dieser Funke könnte zünden
Davon abgesehen ist der kleine Spark aber ein großer Wurf. Das Design ist gelungen, der Innenraum pfiffig, und im Stadtverkehr schlägt sich der Koreaner mehr als wacker. Außerdem ist der Preis attraktiv und die Konkurrenz ringsum in die Jahre gekommen. Gut möglich also, dass dieser Funke bei vielen zünden könnte – selbst wenn mit diesem Koreaner keiner kuscheln will.
| Datenblatt: |
Chevrolet Spark |
| Motor und Antrieb: |
Vierzylinder-Benziner |
| Hubraum: |
1206 ccm |
| Max. Leistung: |
60 kW/82 PS bei 6400 U/min |
| Max. Drehmoment: |
111 Nm bei 4600 U/min |
| Antrieb: |
Frontantrieb |
| Getriebe: |
Fünfgang-Schaltgetriebe |
| Maße und Gewichte |
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| Länge: |
3640 mm |
| Breite: |
1597 mm |
| Höhe: |
1522 mm |
| Radstand: |
2380 mm |
| Leergewicht: |
936 kg |
| Zuladung: |
421 kg |
| Kofferraumvolumen: |
170-994 Liter |
| Fahrdaten |
|
| Höchstgeschwindigkeit: |
164 km/h |
| Beschleunigung 0-100 km/h: |
12,1 s |
| Durchschnittsverbrauch: |
5,1 Liter/100 km |
| Reichweite: |
690 km |
| CO2-Emission: |
119 g/km |
| Kraftstoff: |
Super |
| Schadstoffklasse: |
EU5 |
| Kosten |
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| Basispreis der Modellreihe: |
8990 Euro |
| Grundpreis des 1,2 LT: |
ca. 12 000 Euro |
| Typklassen: |
liegen noch nicht vor |
| Kfz-Steuer pro Jahr: |
26 Euro/Jahr |
| (alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke) |
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| Wichtige Serienausstattung |
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| Sicherheit: |
Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags |
| Komfort: |
Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung |