Magisch: Urs Widmer liest «Pedro Páramo»

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Basel (dpa) – Über «Pedro Páramo», das Hauptwerk des Mexikaners Juan Rulfo, haben sich Schriftstellerkollegen in außergewöhnlicher Weise geäußert: «Ich konnte nicht einschlafen, bevor ich das Buch zum zweiten Mal gelesen hatte», so Gabriel García Márquez.

Susan Sontag hat es «ein Meisterwerk der Literatur des 20. Jahrhunderts» genannt. Und der Schweizer Schriftsteller Urs Widmer war so fasziniert, dass er es «mindestens viermal gelesen» hat, trotzdem immer noch nicht «versteht» und es nun als Hörbuch eingelesen hat. Die Geschichte, besser die Geschichten spielen auf dem Land in Mexiko um den Großgrundbesitzer Pedro Páramo.

Es geht um die Bewohner seines Dorfes Comala, Landarbeiter, Aufseher, ganz besonders um die Frauen – und über alle übt Páramo seine unumschränkte Macht aus. Ein weiterer Machtpol ist der Priester, der die Seelen beherrscht. Daneben besteht das einfache Leben der Menschen mit ihrer Volksweisheit, ihren Mythen und Träumen. Alle Geschichten klingen wie real und haben zugleich surrealen, magischen Charakter: Tote reden mit ihren Angehörigen – sind gar alle tot und erzählen von ihrer Vergangenheit? Das alles berührt den Hörer auf ganz merkwürdige Weise und lässt ihn nicht mehr los. Widmer vermittelt hervorragend die magische Stimmung des Werkes. In seiner Stimme klingt die Sympathie für das ländliche Mexiko und seine der Gewalt unterworfenen Bewohner.

(Christoph Merian Verlag, Basel, 285 Min., Euro 29,90,ISBN 978-3-85616-420-1)

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