Neue ARD-Chefin vor großen Herausforderungen

Köln (dpa) – Der größten ARD-Anstalt, «ihrem» Westdeutschen Rundfunk (WDR), ist sie schon seit mehr als 30 Jahren treu. In Kürze wartet auf die Intendantin Monika Piel nun eine weitere Herausforderung.

2011 wird sie als erste Frau ARD-Vorsitzende. Und das in einer Zeit, in der der öffentlich-rechtliche Rundfunk vor wichtigen Zukunftsentscheidungen steht, wie Piel meint: «Die Stichworte lauten: Neues Gebührenmodell, Zukunft von Werbung und Sponsoring und digitale Entwicklungen.» Bei alldem müsse die Qualität der Programme gewahrt bleiben, betont die 59-Jährige.

2007 hatte Piel die WDR-Intendanz von ihrem langjährigen Vorgänger Fritz Pleitgen übernommen – dabei galt sie ursprünglich gar nicht als «Fernsehfrau». Denn nach ihrem Studium – Betriebswirtschaft, Jura und Orientalistik – begann ihre Hörfunkkarriere, die sie von der Redaktionsassistentin über die Programmchefin bis zur Hörfunkdirektorin führte. WDR-2-Hörer kannten ihre Stimme früher vor allem von Sendungen wie «Mittagsmagazin» oder «Zwischen Rhein und Weser». Als Hörfunkchefin gründete sie das «Funkhaus Europa», ein kosmopolitisches Integrationsradio mit Programmen in 18 Sprachen.

Als Piel WDR-Intendantin wurde, war sie den Fernsehzuschauern vom ARD-«Presseclub» bekannt, dessen Moderation sie Ende 2007 abgab. Unter ihrer Leitung ging der WDR als erster öffentlich-rechtlicher Sender eine Online-Kooperation mit einem privaten Medienkonzern, der WAZ-Gruppe, ein. Beim WDR muss die aus Bensberg im Rheinland stammende Piel seit dem vergangenen Jahr einen harten Sparkurs fahren. Um den bis 2013 erwarteten Fehlbetrag von mehr als 150 Millionen Euro auszugleichen, sollen alle Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören, auf den Prüfstand.

Privaten Ausgleich findet die verheiratete Mutter zu Hause bei ihrer Familie, mit der sie in der Voreifel lebt. Dort engagiert Piel sich für den Naturpark und die heimischen Wildkatzen, die «Eifeltiger».

Als ARD-Vorsitzende will sich Piel nach eigenen Angaben dafür einsetzen, «unsere Akzeptanz beim Publikum und in der öffentlichen Diskussion weiter zu stärken». Die Grundlage dafür sehe sie in unverwechselbaren Programmen, die die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Sender sichtbar machten.

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