ROUNDUP 2: Google bleibt auf der Erfolgsspur

April 16th, 2010

(Neu: Aussagen des Finanzchefs zu nNvestitionen und Übernahmen)

MOUNTAIN VIEW (dpa-AFX) – Trotz aller Probleme mit der chinesischen Regierung, der Konkurrenz und den Behörden bleibt Google <GOOG.NAS> <GGQ1.ETR> eine Geldmaschine. “Google hat sich im ersten Quartal sehr gut geschlagen”, sagte Finanzchef Patrick Pichette am Donnerstag (Ortszeit). Der Internet-Riese mit Sitz im kalifornischen Mountain View verdiente unterm Strich knapp 2 Milliarden Dollar und damit 38 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die digitale Wirtschaft wachse schnell und deshalb bleibe Google optimistisch, sagte Pichette. Der Konzern verdient sein Geld hauptsächlich mit Werbung im Umfeld von Suchergebnissen. Wegen der schlechten Wirtschaftslage sparten sich viele Firmen längere Zeit die teuren Anzeigen. “Die Werbetreibenden kommen zurück”, sagte der Finanzchef. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 23 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar.

ANLEGER TROTZ MILLIARDENGEWINN UNZUFRIEDEN

Die Anleger zeigten sich ungeachtet der guten Zahlen unzufrieden: Nachbörslich sank die Aktie um 5 Prozent und zog auch die europäischen Technologiewerte am Freitag mit in die Tiefe. Es überwogen die Sorgen, dass Google sich mit neuen Projekten verzettelt. Zudem hatten einige Analysten ein noch besseres Abschneiden erwartet, nachdem das Technologie-Schwergewicht Intel <INL.FSE> <INTC.NAS> sich zu Wochenbeginn in Bestform präsentiert hatte.

Google ist breit aufgestellt und stößt in immer mehr Felder vor. Das führt unweigerlich zu Konflikten. Eines der größten Abenteuer ist das Mobilfunk-Geschäft. Der Konzern hat das Handy-Betriebssystem Android entwickelt und mit dem Nexus One auch ein eigenes Smartphone auf den Markt gebracht. Finanzchef Pichette versicherte, dass das Gerät profitabel sei. Die Stückzahlen liegen weit hinter denen der etablierten Konkurrenz.

Der Vorstoß auf den Handy-Markt hatte zum Krach mit dem iPhone- Hersteller Apple <AAPL.NAS> <APC.ETR> geführt, ehedem ein guter Partner. “Wir hatten eine starke Verbindung zu Apple und wir hoffen, dies in der Zukunft fortsetzen zu können”, sagte Entwicklungschef Jeff Huber. Er reagierte damit auf Spekulationen, Apple könne Google als Suchmaschine von seinem iPhone verbannen und zu Microsofts Bing wechseln.

GOOGLE VERLIERT SUCHMASCHINEN-MARKTANTEILE

Bei der Internet-Suche hatten Microsoft <MSF.FSE> <MSFT.NAS> und Partner Yahoo <YHOO.NAS> <YHO.FSE> im März auf dem US-Markt etwas aufgeholt. Nach Daten des Marktforschers Comscore fiel der Google-Anteil im Vergleich zum Vormonat von 65,5 auf 65,1 Prozent. Zudem machen Google die Sozialen Netzwerke wie Facebook zu schaffen, die massenhaft Zulauf haben.

Spannend bleibt die Situation in China. Google wollte nicht länger die von der Regierung auferlegte Zensur mitmachen und verlegte seine Suchmaschine ins freiere Hongkong. Das führte zu erheblichen Beeinträchtigungen. “Wir glauben, wir haben die richtige Entscheidung getroffen”, sagte Finanzchef Pichette. Das Geschäft in China sei ohnehin vergleichsweise klein gewesen. Es handele sich zudem nicht um einen kompletten Rückzug aus dem Riesenreich, stellte er klar: Die Entwickler und die Vertriebler blieben in China.

MEHR NEUE JOBS UND WEITERE ÜBERNAHMEN GEPLANT

Ungemach droht Google auch aus den Industriestaaten: Datenschützer in Deutschland attackieren das Projekt “Street View”, mit dem Google ganze Städte abfotografiert. Und die US-Wettbewerbsbehörden beäugen die Übernahme des Handy-Werbespezialisten AdMob kritisch. Finanzchef Pichette rechnet dennoch mit der Freigabe.

Trotz aller Widerstände will Google bei der Entwicklung neuer Produkte nicht locker lassen. Der Finanzchef kündigte kräftige Investitionen an und will dafür die Mannschaft weiter aufstocken. Auch Übernahmen stehen auf der Agenda. Allein im ersten Quartal wuchs die Zahl der Mitarbeiter um 800 auf rund 20.600. Leisten kann sich Google seinen Wagemut jedenfalls: Die Kasse ist mit 26,5 Milliarden Dollar prall gefüllt.

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ROUNDUP: Google bleibt auf der Erfolgsspur

April 16th, 2010

MOUNTAIN VIEW (dpa-AFX) – Trotz aller Probleme mit der chinesischen Regierung, der Konkurrenz und Behörden bleibt Google <GOOG.NAS> <GGQ1.ETR> eine Geldmaschine. “Google hat sich im ersten Quartal sehr gut geschlagen”, resümierte Finanzchef Patrick Pichette am Donnerstag. Der Internet-Riese mit Sitz im kalifornischen Mountain View verdiente unterm Strich knapp 2 Milliarden Dollar und damit 38 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die digitale Wirtschaft wachse schnell und deshalb bleibe Google optimistisch, sagte Pichette. Der Konzern verdient sein Geld hauptsächlich mit Werbung im Umfeld von Suchergebnissen. In der schlechten Wirtschaftslage sparten sich viele Firmen die teuren Anzeigen. “Die Werbetreibenden kommen zurück”, sagte der Finanzchef. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 23 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar.

ANLEGER UNZUFRIEDEN

Die Anleger zeigten sich ungeachtet der guten Zahlen unzufrieden: Nachbörslich sank die Aktie um schließlich 5 Prozent. Es überwogen die Sorgen, dass Google sich mit neuen Projekten verzettelt. Zudem hatten einige Analysten insgeheim auf ein noch besseres Abschneiden gewettet, nachdem das Technologie-Schwergewicht Intel sich zu Wochenbeginn in Bestform präsentiert hatte.

Google ist breit aufgestellt und stößt in immer mehr Felder vor. Das führt unweigerlich zu Konflikten. Eines der größten Abenteuer ist das Mobilfunk-Geschäft. Der Konzern hat das Handy-Betriebssystem Android entwickelt und mit dem Nexus One auch ein eigenes Smartphone auf den Markt gebracht. Finanzchef Pichette versicherte, dass das Gerät profitabel sei. Die Stückzahlen liegen weit hinter denen der etablierten Konkurrenz.

ÄRGER MIT APPLE

Der Vorstoß auf den Handy-Markt hatte zum Krach mit dem iPhone-Hersteller Apple <AAPL.NAS> <APC.ETR> geführt, ehedem ein guter Partner. “Wir hatten eine starke Verbindung zu Apple und wir hoffen, dies in der Zukunft fortsetzen zu können”, sagte Entwicklungschef Jeff Huber und reagierte damit auf Spekulationen, Apple könne Google als Suchmaschine von seinem iPhone verbannen und zu Microsofts Bing wechseln.

Bei der Internet-Suche hatten Microsoft und Partner Yahoo im März auf dem US-Markt etwas aufgeholt. Nach Daten des Marktforschers Comscore fiel der Google-Anteil im Vergleich zum Vormonat von 65,1 auf 65,5 Prozent. Zudem machen Google die Sozialen Netzwerke wie Facebook zu schaffen, die massenhaft Zulauf haben.

SITUATION IN CHINA BLEIBT SPANNEND

Spannend bleibt auch die Situation in China. Google wollte nicht länger die von der Regierung auferlegte Zensur mitmachen und verlegte seine Suchmaschine ins freiere Hongkong. Das führte zu erheblichen Beeinträchtigungen. “Wir glauben, wir haben die richtige Entscheidung getroffen”, sagte Finanzchef Pichette. Es handele sich aber nicht um einen kompletten Rückzug aus dem Riesenreich, stellte er klar: Die Entwickler und die Vertriebler blieben in China.

Ungemach droht Google auch aus den Industriestaaten: Datenschützer in Deutschland attackieren das Projekt “Street View”, mit dem Google ganze Städte abfotografiert. Die US-Wettbewerbsbehörden beäugen die Übernahme des Handy-Werbespezialisten AdMob kritisch. Finanzchef Pichette rechnet dennoch mit der Freigabe. Trotz aller Widerstände will Google bei der Entwicklung neuer Produkte nicht locker lassen. Der Finanzchef kündigte kräftige Investitionen an und will dafür die Mannschaft weiter aufstocken. Alleine im ersten Quartal wuchs die Zahl der Mitarbeiter um 800 auf rund 20 600. Leisten kann sich Google seinen Wagemut jedenfalls: Die Kasse ist mit 26,5 Milliarden Dollar gefüllt.

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Handymarkt lockt: Microsoft probt den Neustart

April 13th, 2010

Handymarkt lockt: Microsoft probt den Neustart

Hamburg (dpa) – Microsoft geht im Mobilfunk-Markt in die Offensive. Nachdem der Internet-Konzern Google mit seinem Nexus One vorgeprescht ist, hat nun auch der rivalisierende Software-Riese aus Redmond seine eigenen Handys herausgebracht.

Beide Unternehmen wollen nicht länger nur das Betriebssystem für die boomenden Smartphones liefern. Für Microsoft ist es nach Jahren des mäßigen Erfolgs ein Neustart. Bei den als «social phone» bezeichneten Handy-Modellen KIN One und KIN Two tritt das Telefonieren in den Hintergrund. Die Geräte sind speziell für die Kommunikation in sozialen Netzwerken ausgelegt. Die Zielgruppe sind in erster Linie Jugendliche. Deshalb hat Microsoft in den KIN-Modellen auch erstmals seine Musikspieler-Technologie Zune integriert. Daten und Dienste können über das Netz (Cloud) mit dem Computer zu Hause synchronisiert werden.

Bislang hatte Microsoft eher das Geschäft mit Unternehmenskunden im Visier. Mit Windows Mobile wollte der Konzern die bekannte Computeroberfläche aufs Handy bringen, vom E-Mail-Programm Outlook bis zum Browser Internet Explorer. Doch der Plan schlug fehl. Die Kunden griffen lieber zu Konkurrenzmodellen mit Googles Smartphone- Betriebssystem Android, den Blackberrys von RIM oder dem Apple iPhone.

Die KIN-Handys sollen die Erosion stoppen und die Jugend erobern. «Das ist eine Altersgruppe, um die Microsoft kämpfen muss», sagte ABI-Research-Analyst Kevin Burden der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg. Nach Erhebungen der New Yorker Marktforscher war Microsoft im weltweiten Smartphone-Markt zuletzt deutlich von 12,5 auf 7,9 Prozent Marktanteil abgerutscht. Das iPhone legte im gleichen Zeitraum von 10,8 auf 16,6 Prozent zu, Handys mit Android von 1,7 auf 8,5 Prozent.

Im Mai stehen die KIN-Handys in den USA in den Regalen, in Deutschland vertreibt Vodafone die Telefone exklusiv ab Herbst. Ende des Jahres soll dann das komplett neu gestaltete Betriebssystem Windows Phone 7 einen Schlussstrich unter die Ära der PC-orientierten Bedienoberflächen auf Handys ziehen. Die jahrzehntelang verfolgte Vision von Microsoft-Gründer Bill Gates, den Computer auf das Telefon zu übertragen, ist damit gescheitert.

«Der PC ist komfortabel, aber das Telefon ist kein PC», hatte Microsoft-Manager Joe Belfiore auf dem Mobile World Congress in Barcelona im Februar verkündet. Bei den ersten Telefonen mit dem neuen System, die für Ende des Jahres angekündigt sind, soll die Bedienerfreundlichkeit und die soziale Kommunikation im Vordergrund stehen und das umständliche Navigieren mit einem kleinen Stift entfallen.

Nach den vielen Misserfolgen im Mobil-Markt hatte Microsoft-Chef Steve Ballmer auf einem Manager-Treffen mit einem seiner legendären Tobsuchtsanfälle das Ruder herumgerissen. Der Mann, der nun den Neustart wesentlich mitgestalten soll, kommt aus Deutschland: der bisherige Deutschland-Chef Achim Berg. In der für ihn neu geschaffenen Position des Corporate Vice President ist Berg künftig für das weltweite Mobilfunk-Geschäft von Microsoft verantwortlich. Der 46-Jährige ist ein ausgewiesener Telekom- und Mobilfunk-Experte und war zuletzt Mitglied des Vorstand der T-Com.

Die KIN-Handys hat Microsoft in enger Kooperation mit dem japanischen Elektronikkonzern Sharp selbst entwickelt und will es unter eigenem Namen vermarkten. Das könnte ein riskantes Spiel sein. Die Liaison könnte bisherige Hardware-Partner vor den Kopf stoßen, die bislang Microsofts Betriebssystem auf ihren Geräten nutzen. Vor der gleichen Gefahr hatten Branchenkenner auch schon im Falle von Google und dessen Nexus One gewarnt. Hier war der Partner auf Hardware-Seite die taiwanesische HTC.

Anders als Google vertreibe Microsoft seine neuen KIN-Geräte aber nicht selbst über einen eigenen Shop, sondern arbeite für den Vertrieb mit den Providern Verizon und Vodafone zusammen, betonte Microsoft-Manager Robbie Bach. Nach Einschätzung von Burden könnte der Software-Konzern damit dem Problem mit verstimmten Hardware- Partnern aus dem Weg gehen.

Über die großen Mobilfunk-Anbieter hat Microsoft zudem die Chance, hohe Stückzahlen zu verkaufen. Denn bei Google blieb der Erfolg im Massenmarkt bislang aus. Nur wenige Kunden sind bereits, den vollen Gerätepreis zu zahlen – sie lassen ihre Handys lieber subventionieren und zahlen monatlich etwas mehr an die Provider. Das gilt ganz besonders für die anvisierte Jugend.

Von Renate Grimming und Daniel Schnettler, dpa

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Apple frischt iPhone auf: Multitasking ab Sommer

April 9th, 2010

Cupertino (dpa) – Apple kitzelt aus dem populären iPhone-Handy mehr Leistung heraus. Ab Sommer steht nach den Worten von Konzernchef Steve Jobs ein neues Betriebssystem zur Verfügung, mit dem es möglich sein wird, mehrere Programme gleichzeitig laufen zu lassen.

Diese von Windows bekannte Funktion hatten viele iPhone-Nutzer schmerzlich vermisst. Mit dem Vorstoß attackiert Jobs andere Smartphone-Hersteller wie RIM mit seinen Blackberrys oder Google mit seinem Nexus One und seinem Betriebssystem Android. «Wir sind nicht die ersten auf der Party, aber wir werden die besten sein», sagte Jobs am Firmensitz im kalifornischen Cupertino.

Das neue Apple OS 4 wird auf dem aktuellen iPhone 3GS laufen sowie auf dem verwandten Musikspieler iPod Touch. Ältere Geräte gehen laut Jobs leer aus. Das multifunktionale iPhone-Handy ist einer der Gewinnbringer von Apple. Bis dato hat der Elektronikkonzern mehr als 50 Millionen der Geräte verkauft plus 35 Millionen iPod Touch, wie Jobs verriet.

Zur Jahresmitte dürfte das neue iPhone-Modell auf den Markt kommen, etwa zeitgleich mit OS 4. Es wäre die vierte Auflage des Verkaufsschlagers. Apple hatte mit dem Start des iPhone 2007 den Boom der sogenannten Smartphones ausgelöst, mit denen Nutzer nicht nur telefonieren, sondern auch E-Mails schreiben oder im Web surfen können. In Deutschland wird das iPhone von T-Mobile vertrieben.

Apple verdient neben den Geräten auch an den sogenannten Apps. Mittlerweile sind mehr als 185 000 der kleinen Zusatzprogramme im Umlauf. Nutzer haben bislang mehr als 4 Milliarden Mal zugeschlagen und sich Apps installiert. Viele sind gratis und deshalb besonders beliebt. Um den Entwicklern und sich selbst dennoch zu einem Einkommen zu verhelfen, lässt Apple mit dem neuen Betriebssystem auch Werbung zu. Beim sogenannten iAd kassiert der Entwickler 60 Prozent der Werbeerlöse, Apple zwackt 40 Prozent ab.

Damit attackiert Apple ein weiteres Mal Google. Der Internet-Konzern macht das meiste Geld mit Werbung rund um seine Suchmaschine. Von dem Werbekuchen will Apple-Chef Jobs ein Stück abhaben. «Die Leute suchen auf einem mobilen Gerät nicht genauso wie auf einem Gerät daheim», sagte Jobs, «sie nutzen Apps, um ins Internet zu gehen.»

Auch das iPad soll das neue Betriebssystem bekommen, allerdings erst im Herbst. Seit Verkaufsstart am Samstag gingen 450 000 der Tablet-Computer über die Theke.

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Aus Freunden werden Feinde: Apple bekriegt Google

April 9th, 2010

Aus Freunden werden Feinde: Apple bekriegt Google

Cupertino/Mountain View (dpa) – Einst waren Apple und Google gute Freunde. Der eine beglückte seine Fans mit Musikspielern, Computern und Handys, der andere scheffelte unendlich viel Geld mit seiner Suchmaschine. Doch die Zeiten des friedlichen Miteinanders sind vorbei.

Die beiden Technologiegiganten sind zu erbitterten Konkurrenten geworden. Nun zapft Apple auch noch die Lebensader von Google an: den milliardenschweren Werbemarkt im Internet. Apple-Chef Steve Jobs ließ die Bombe am späten Donnerstag platzen: Vom Sommer an will Apple an der Werbung auf seinem populären iPhone- Handy, seinem iPad-Computer und dem Musikspieler iPod Touch mitverdienen. Mit iAd werden starre Anzeigen oder bewegte Bilder bei den oft kostenlosen Zusatzprogrammen – den sogenannten Apps – eingeblendet. 40 Prozent der Werbeeinnahmen zwackt Apple ab.

Bei mittlerweile mehr als 85 Millionen verkauften Geräten und mehr als 4 Milliarden heruntergeladenen Apps lockt ein gigantisches Geschäft, das der umtriebige Elektronikkonzern bislang Dritten überlassen hatte. Einer der Anbieter von Werbung auf mobilen Geräten ist AdMob, um deren Übernahme sich Google gerade bemüht.

«Die Leute suchen auf einem mobilen Gerät nicht genauso wie auf einem Gerät daheim», sagte Jobs am Firmensitz im kalifornischen Cupertino. «Sie nutzen Apps, um ins Internet zu gehen.» Die Worte treffen Google ins Herz. Denn der Suchmaschinen-Primus finanziert sich eben durch Werbeanzeigen, die neben den Trefferlisten stehen.

Vor drei Jahren, bei der Vorstellung des ersten iPhones, war die Welt noch in Ordnung. Damals arbeiteten die beiden Unternehmen noch Hand in Hand, um Googles Internetsuche und Landkarten auf das Smartphone zu bringen. Google-Chef Eric Schmidt war mit auf der Bühne, als Apple-Chef Jobs seinen neuesten Coup präsentierte. Die Zusammenarbeit sei so eng gewesen, dass man die Firmen gleich zu «AppleGoo» fusionieren könnte, scherzte Schmidt und lobte das iPhone in den höchsten Tönen: «Dieses Produkt wird heiß.» Jobs grinste bis über beide Ohren.

Die Begebenheit, an die die «New York Times» erinnerte, wäre heute undenkbar. Zu viel ist seitdem geschehen: Google hat mit dem Nexus One ein eigenes Smartphone herausgebracht und jede Menge anderen Modelle mit seinem Betriebssystem Android Leben eingehaucht. Ein Affront für Apple. «Wir sind nicht ins Suchgeschäft eingestiegen. Sie sind ins Telefongeschäft eingestiegen», soll Jobs seiner Mannschaft vor einigen Monaten gesagt haben.

Apple schoss zurück und verklagte den Google-Partner und Smartphone-Hersteller HTC. Und nun also der Einstieg in das für Google existenzielle Werbegeschäft. Die Lage dürfte sich sogar noch zuspitzen: Schon seit Monaten spekulieren Branchenkenner darüber, dass Apple den Suchanbieter auf dem iPhone wechseln könnte. Im Gespräch ist ausgerechnet der ewige Google-Konkurrent Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing.

Nach außen gibt sich Google gelassen, doch intern dürfte es brodeln. Denn alles, was Apple-Chef Jobs in den vergangenen Jahren angepackt hatte, ist zu Gold geworden. Google musste dagegen einige Rückschläge verkraften. Die Wirtschaftskrise belastete das Anzeigengeschäft, in China droht der Rauswurf und das Nexus-One-Handy verkauft sich nur schleppend.

Eine friedliche Lösung des Zwists zwischen den einstigen Partnern scheint ausgeschlossen, zu tief sind die Gräben mittlerweile. Das zeigt auch der Fall AdMob. «Wir haben versucht, AdMob zu kaufen», sagte Jobs. «Google ist gekommen und hat sie uns weggeschnappt, nur weil sie nicht wollten, dass wir sie haben.»

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Android-Handy für Einsteiger von Acer

April 7th, 2010

Android-Handy für Einsteiger von Acer

Ahrensburg (dpa/tmn) – Acer bringt ein neues Smartphone mit Touchdisplay und Android-Betriebssystem für Einsteiger auf den Markt. Das beTouch E110 kommt nach Angaben des Herstellers Mitte Mai in den Handel und soll 159 Euro kosten.

Das Display besitzt eine Diagonale von 2,8 Zoll. Zur Steuerung dient außerdem eine Fünf-Wege-Taste. Zur Ausstattung des UMTS-Handys gehört zudem eine Drei-Megapixel-Kamera.

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Landet Apple mit dem iPad einen neuen Mega-Erfolg?

März 31st, 2010

Landet Apple mit dem iPad einen neuen Mega-Erfolg?

Cupertino/Hamburg (dpa) – Die Tage vor Ostern erleben in diesem Jahr viele Apple-Fans wie eine Vorweihnachtszeit. Sie warten auf den Verkaufsstart des Tablet-Computers iPad.

Der etwa DIN-A4-große Rechner kommt am Samstag (3. März) in den USA zum Preis zwischen 500 Dollar und 700 Dollar (ohne Mehrwertsteuer) in die Läden. Ende Mai startet Apple auch den Vertrieb der iPad-Modelle, die über 3G-Mobilfunk (UMTS) Daten senden und empfangen können – und dann wird das iPad auch in Deutschland zu haben sein.

Über den Apple-Store im Web sollen bereits «hunderttausende» Vorbestellungen für die futuristische Schiefertafel eingegangen sein. Entfacht die Fan-Gemeinde mit ihrer Sehnsucht nach einem neuen Apple-Gadget nur ein Strohfeuer? Oder gelingt es Apple nach dem iPod und dem iPhone erneut, eine ganz neue Gerätekategorie am Markt zu etablieren?

Die Ausgangslage für den Marktstart des iPad erinnert an die Situation bei der Einführung des MP3-Players iPod. Als Apple-Chef Steve Jobs am 23. Oktober 2001 das erste iPod-Modell der Öffentlichkeit vorstellte, fragten sich etliche Beobachter, warum nun auch noch Apple einen Musikplayer auf den Markt bringt. Andere Hersteller wie Creative Labs und Sony hatten nämlich nur mäßigen Erfolg mit ihren Geräten. Und außerdem drückten die Anschläge vom 11. September 2001 auf die Konsumstimmung der Verbraucher.

Doch Apple gelang es damals – nach einem langsamen Start im ersten Jahr – ein komplettes Ökosystem rund um den Player mit den weißen Kopfhörern aufzubauen und mit iTunes massiv in den Vertrieb digitalisierter Musik und Videos einzusteigen. Mit einem Marktanteil von rund 75 Prozent dominiert der iPod inzwischen in den USA das Musikplayer-Geschäft.

Mit dem iPad bringt Apple auch diesmal nicht den ersten Tablet-Computer auf den Markt. Microsoft-Begründer Bill Gates stellte bereits vor über zehn Jahren auf der Computermesse Comdex eine Digitaltafel vor, die als mobiler Multimedia-Player und hypermoderner Notizblock dienen sollte. Doch die Tablet-PCs der ersten Generation floppten. Sie waren zu teuer, zu langsam, zu kompliziert zu bedienen und verfügten nur über viel zu kurze Batterielaufzeiten. Außerdem fehlten die «Killer-Apps», also die Anwendungen, die man nie wieder missen möchte.

Hier sieht Apple sich heute viel besser aufgestellt. Im iTunes Store werden über 140 000 «Apps» für das iPhone und den iPod touch angeboten, die mit wenig Aufwand für das iPad optimiert werden können. Außerdem haben etliche Spielehersteller und Inhalteanbieter angekündigt, Anwendungen für das iPad anzubieten. Allerdings zögern etliche Verlage, TV-Sender und Hollywood-Studios noch, auch diesen Teil der digitalen Contentwirtschaft in die Hände von Apple zu legen.

Und auch die Apple-Wettbewerber wollen diesmal nicht tatenlos zuschauen, wie Konzernchef Steve Jobs neue Claims in der digitalen Landschaft absteckt, in denen große Goldvorkommen vermutet werden. So präsentierte Microsoft-Chef Steve Ballmer im Januar auf der Consumer Electronics Show Prototypen neuartiger Tablet-PCs, die mit Windows 7 laufen. Doch diese Geräte werden erst im Herbst 2010 zu haben sein. Google arbeitet im Goldfieber rund um die Tablet Computer an der entsprechenden Anpassung seines Android-Betriebssystems. Und das deutsche Softwarehaus Neofonie möchte zusammen mit verschiedenen Partnern noch vor dem Marktstart des iPad in Deutschland hierzulande ein Konkurrenz-Geräte namens WePad auf den Markt bringen, das mit einer Android-Variante läuft.

Apple zeigt sich von den hektischen Aktivitäten der Wettbewerber nur mäßig beeindruckt und bereitet sich auf einen Massenansturm auf das iPad vor. Die Lieferanten von Apple in Asien erwarten den Absatz von 2,5 Millionen Geräten bis Ende Mai, berichtete Katy Huberty, Analystin bei Morgan Stanley. Im Jahr 2010 könnte der iPad-Absatz nach dieser Prognose sogar auf acht bis zehn Millionen Geräte steigen.

Apples iPad: Das «Riesen-iPhone»

Der Tablet-Computer iPad sieht wie eine übergroße Version des Apple-Handys iPhone aus. Wie das iPhone wird das Gerät in der Größe einer DIN-A4-Seite über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedient. Apple liefert den 680 Gramm schweren Tafel-Computer mit einer Reihe von Programmen aus. Dazu gehören ein Webbrowser zum Surfen im Web, ein E-Mail-Programm sowie eine iPod- Anwendung, mit der man Musik und Videos abspielen kann.

Vorerst nur in den USA wird das Gerät ein virtuelles Bücherregal («iBook») haben, mit dem man über den iTunes Store digitalisierte Bücher kaufen kann. In Deutschland fehlt dem Vernehmen nach noch eine Einigung mit großen Verlagen über das Geschäftsmodell des E-Book- Vertriebs.

Die Versionen, die am Osterwochenende in den USA auf den Markt kommen, können über WLAN (WiFi) mit dem Internet verbunden werden. Ende April sollen dann auch iPad-Varianten folgen, die über 3G- Mobilfunk (UMTS) online gehen. Zu diesem Zeitpunkt soll auch der Vertrieb außerhalb der USA ­ und damit auch in Deutschland ­ starten. Für das iPad stehen von Beginn an rund 140 000 Anwendungen aus dem iTunes App Store zur Verfügung, die eigentlich für das iPhone und den Musikplayer iPod touch entwickelt wurden. Außerdem soll es zum Marktstart des iPad etliche Programme geben, die eigens für den größeren Bildschirm des Tablet-Computers geschrieben wurden.

Kritiker des iPad bemängeln, dass die Batterielaufzeit nur maximal zehn Stunden beträgt, während spezielle E-Book-Geräte wie der Kindle von Amazon tagelang ohne Steckdose auskommen. Wie beim iPhone und iPod kann beim iPad die Batterie nur von einem Servicetechniker ausgetauscht werden. Weiterhin wird kritisiert, dass das iPad nicht beliebig viele Programme parallel laufen lassen kann (Multitasking) und die populäre Flash-Technologie von Adobe nicht unterstützt, die beispielsweise für viele Online-Spiele notwendig ist.

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Eine Anwendung für alle Handys: Apps sollen Standards folgen

Februar 16th, 2010

Eine Anwendung für alle Handys: Apps sollen Standards folgen

Barcelona (dpa/tmn) – Apps sind die Stars im Handy-Universum. Anwendern ermöglichen die Programme, ihre Mobiltelefone um viele Funktionen zu erweitern. Die Hersteller können immer schnellere und besser bedienbare Handys herausbringen, auf denen die Apps flotter werkeln.

Und die Mobilfunkanbieter freuen sich über den zunehmenden Datenverkehr in ihren Netzen – der bringt Umsatz. Bisher beherrscht Apple den Markt mit seinem App Store. Doch die Konkurrenz will teilhaben am Goldregen und setzt dabei auf Standards, wie sich beim Mobile World Congress in Barcelona (noch bis 18. Februar) zeigt.

Bisher ist es nicht möglich, eine einmal gekaufte oder auch gratis heruntergeladene App auf verschiedenen Handys zu benutzen, wenn diese mit unterschiedlichen Betriebssystemen arbeiten. Software aus dem App Store läuft nur auf einem iPhone oder iPod touch und nicht auf Handys von Nokia oder auch Samsung. Ebenso guckt in Röhre, wer Programme zum Beispiel aus Nokias Ovi Store auf einem neuen LG-Handy nutzen möchte.

Dabei wäre das doch eine schöne Sache, wie Andy Rubin findet, bei Google für das Handy-Betriebssystem Android zuständig: «Es war schon immer ein Traum, ein Programm zu schreiben, das auf allen Geräten läuft.» Dass sich das schon bald realisieren lässt, glaubt Rubin aber nicht – und zwar vor allem aus technischen Gründen. Zu verschieden seien die Geräte. Android selbst wird auf Handys mehrerer Hersteller eingesetzt, und die im Android Market angeboten Apps lassen sich in diesem «Ökosystem» transferieren – weiter aber auch nicht.

Es gibt jedoch zahlreiche Hersteller, deren Handys mit Software arbeiten, die nur sie zum Einsatz bringen. Ein Teil dieser Firmen findet sich unter anderem mit verschiedenen Mobilfunkbetreibern im Joint Innovation Lab (JIL) wieder. Dieses hat eine technologische Plattform zum Ziel, auf der sich Apps oder auch Widgets – ebenfalls kleine Anwendungen – unabhängig vom Betriebssystem des jeweiligen Handys ausführen lassen. Unterstützt wird JIL zum Beispiel von Vodafone, Samsung und dem Blackberry-Hersteller Research in Motion.

JIL wird auch vom Gemeinschaftsprojekt Wholesale Applications Community unterstützt, das jetzt in Barcelona angekündigt wurde. Ihm gehören unter anderem T-Mobile, Nokia, Motorola und Sony Ericsson an. Das Ziel: Aus welchem Online-Softwareladen eine Anwendung auch immer stammt, sie soll auf möglichst vielen Geräten funktionieren.

Dahinter steckt keine Nächstenliebe, sondern Marktkalkül: Über das Konsortium ließen sich drei Milliarden Kunden erreichen, erläuterte Rainer Deutschmann von T-Mobile bei einer Präsentation auf der Mobilfunkmesse. Und die Unternehmensberatung Gartner erwartet, dass die Verbraucher weltweit in diesem Jahr stolze 6,2 Milliarden US-Dollar (etwa 4,55 Milliarden Euro) für Apps ausgeben.

Nokia will die Applikationen außer auf Handys auch auf anderen Geräten nutzbar machen. In Barcelona kündigten der finnische Hersteller und Intel gemeinsam MeeGo an. Bei dem Linux-basierten Betriebssystem handelt es sich wie bei Android um Open Source: Jeder darf es nutzen und verändern. Und ebenfalls wie bei Android sollen die erhältlichen Apps auf allen MeeGo-Geräten laufen. Das können auch Tablet-PCs sein. Erste Geräte werde es vom zweiten Quartal 2010 an geben – nicht nur von Nokia, sondern von mehreren Herstellern. Apps haben also in der Welt der Handys künftig mehr Bewegungsfreiheit.

Webseite der Messe: www.mobileworldcongress.com

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Alleskönner mit SIM-Karte: Handy-Trends 2010

Februar 16th, 2010

Alleskönner mit SIM-Karte: Handy-Trends 2010

Barcelona (dpa/tmn) – Barcelona ist in diesen Tagen der Nabel der Mobilfunk-Welt. Vom 15. zum 18. Februar läuft in Kataloniens Metropole mit dem Mobile World Congress die wichtigste Messe der Branche.

Dort zeigt sich, welche Neuheiten die Nutzer im Laufe des Jahres erwarten können. Handys werden dabei immer mehr zur Kommunikationszentrale. Dafür sind Smartphones besser geeignet als Standard-Handys, da sie große Displays und einen schnellen Zugang ins mobile Internet haben. Jetzt schon gebe es Geräte, deren Prozessoren mit einer Taktfrequenz von einem Gigahertz arbeiten, sagt Andy Rubin, bei Google zuständig für das Betriebssystem Android. «Schon bald werden wir Handys mit 2-Gigahertz-Prozessoren haben – das ist mehr als in vielen Laptops.»

Für E-Mails, den schnellen Blick ins Netz oder um die Freunde bei Facebook auf dem neuesten Stand zu halten, braucht es also keinen PC mehr. Dem IT-Branchenverband BITKOM zufolge wird der Absatz von Smartphones in Deutschland in diesem Jahr um stolze 47 Prozent auf 8,2 Millionen Geräte zulegen. Und auch der Verkehr in den deutschen Mobilfunknetzen explodiere: Die drahtlos übertragene Datenmenge habe sich im Jahr 2009 auf 40 Millionen Gigabyte nahezu vervierfacht.

Von diesem Kuchen, der weltweit gesehen noch viel größer ist, wollen viele Hersteller ein Stück abbekommen. Microsoft will das mit Hilfe seines neuen Handy-Betriebssystems Windows Phone 7 Series erreichen. Die in Barcelona präsentierte Software für Smartphones ist deutlich anwenderfreundlicher als das ältere Windows Mobile 6.5. Durch die Anordnung von Daten, die für den Nutzer auf dem Handy oder im Internet verfügbar sind, soll die Benutzung leichter werden. Microsoft-Boss Steve Ballmer kündigte auf der Messe eine ganze Reihe neuer Windows-Handys an, die in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen sollen.

Einer der Herausforderer ist Google mit dem Handy-Betriebssystem Android. Vor gut einem Jahr habe es mit dem G1 und einem weiteren Gerät des Herstellers HTC nur zwei Android-Handys gegeben, sagt Andy Rubin. «Jetzt sind 27 Modelle auf dem Markt und in 59 Ländern verfügbar.» Weitere kommen in diesen Tagen hinzu. Sony Ericsson etwa hat in Barcelona Android-Modelle präsentiert, darunter die sehr kompakten Geräte X10 mini und X10 mini pro.

Google setzt auf die Offenheit des Systems: Im Prinzip kann jeder für Android Programme schreiben und zur Verfügung stellen. Aus der Fülle an Software kann der Nutzer schöpfen und sein Mobiltelefon mit Anwendungen so gestalten, wie es ihm passt. Dieses Prinzip verfolgen neuerdings auch Nokia und Intel. Die Firmen stellten in Barcelona ihr Gemeinschaftsprojekt MeeGo vor – eine Open-Source-Plattform für Handys und andere Geräte.

Dass Smartphones deutlich billiger werden, erwartet Weili Dai vom Chiphersteller Marvell. Ein 99-Dollar-Smartphone sei der Traum des Unternehmens – also ein Gerät für umgerechnet etwa 72 Euro. «Doch während die Preise für Handys sinken, wächst das Verlangen nach mehr Funktionen mit rasantem Tempo.» Marvell zeigt in Barcelona eine Chipplattform, die so leistungsfähig sein soll, dass etwa HD-Videos und 3D-Spiele möglich sind – und so billig, dass sie sich in Handys der niedrigen Preisklasse einsetzen lässt.

Wenn es nach dem Handyhersteller Sagem geht, spielen weniger Chips oder Betriebssysteme eine Rolle für den Käufer, sondere die Marke. «In diesem Jahr wird es eine ganze Reihe neuer mobiler Geräte und Dienste geben. Doch eine der interessantesten Entwicklungen ist das Auftauchen von Lifestyle-Marken auf dem Mobilfunkmarkt», sagt Jerome Nadel von Sagem Wireless – und das nicht ganz uneigennützig. Denn sein Unternehmen zeigt in Barcelona das «Puma Phone», ein gemeinsam mit dem Sportartikelhersteller entwickeltes Handy.

Ein weiterer Trend ist die «Near Field Communication». Die Technologie erlaubt dem Nutzer zum Beispiel, an der Supermarktkasse per Handy zu bezahlen. Das von Sagem angekündigte Cozyphone unterstützt die Technik, die in Japan schon Alltag ist. Dort lassen sich mit dem Handy zum Beispiel Flugtickets am Automaten lösen. Nokia will zunächst in Indien einen Dienst namens OviMoney für den bargeldlosen Handy-Zahlungsverkehr starten. In nicht allzu ferner Zukunft könnte das Mobiltelefon also nicht nur den MP3-Player, die Digitalkamera und das Notizbuch ablösen, sondern auch den Geldbeutel.

Webseite der Messe: www.mobileworldcongress.com

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Datendienste versetzen Mobilfunk-Branche in Goldrausch

Februar 15th, 2010

Datendienste versetzen Mobilfunk-Branche in Goldrausch

Barcelona (dpa) – Apple hat es mit dem iPhone vorgemacht – und nun will die gesamte Mobilfunk-Branche von den mobilen Datendiensten profitieren. Der Goldrausch hat alle erfasst.

Auf dem Mobile World Congress (15. bis 18. Februar) in Barcelona, der wichtigsten Mobilfunkmesse der Welt, preschen die großen Firmen hastig vor, um das Neuland zu erobern. Viel steht auf dem Spiel. Es geht um Milliarden neuer Kunden und die künftige Geschäftsgrundlage.

So schloss sich Nokia, der weltgrößte Handy-Hersteller, mit dem führenden Chiphersteller Intel zusammen, um eine Software-Plattform zu gründen. Der kalifornische Softwarekonzern Adobe versammelte in Barcelona große Mobilfunkpartner hinter seiner Programmierplattform «Air». Und eine Allianz führender Mobilfunkprovider gründete die «Wholesale Applications Community», die als Gegenentwurf zum iTunes Store von Apple verstanden werden kann.

Nokia und Intel entwickeln unter dem Namen MeeGo eine Plattform, auf der alle Geräte vom Smartphone bis zum Fernseher, vom Autoradio bis zur Musikanlage laufen können. Die Botschaft: Eine Lösung für alles, keine Konkurrenz wird gebraucht. Die beiden Industrie-Riesen versuchen damit aber auch einen Befreiungsschlag. Zuletzt haben viele Branchenexperten Nokia im Schatten von Rivalen wie Apple mit seinem iPhone gesehen. Und auch Intel bekam im Smartphone-Markt bisher kaum einen Fuß auf den Boden, weil die Chips des Weltmarktführers als zu stromhungrig gelten.

Nokia weiß, dass sich eine starke Marktposition in wenigen Jahren – und Handy-Austauschzyklen – in Luft auflösen kann. Klar, Nokias Symbian-Betriebssystem führt den Smartphone-Markt noch mit einem satten Anteil von 47 Prozent an. Doch erst ein paar Jahre ist es her, da hielt Symbian noch dominierende zwei Drittel.

Es war Apples iPhone, das den Damm zum Massenmarkt brach, mit seiner einfachen Bedienungsführung und dem iTunes App Store, in dem Entwickler ihre Programme für das Handy anbieten können. Das Handy wurde damit vom Telefon vor allem zu einem Mini-Computer. Seit vergangenem Jahr schießen App Store verschiedener Hersteller wie Pilze aus dem Boden.

Microsoft, der Gigant der PC-Welt, bäumt sich nach mehreren mageren Jahren im Mobilfunk ebenfalls noch mal auf. Mit Windows Phone 7 will Konzernchef Steve Ballmer die entflohenen Nutzer wieder zurückgewinnen. Der Clou: Ein integrierter Zune-Mediaplayer und Xbox- Spielekonsole. Also in etwa das Erfolgsrezept von Apples iPhone.

Samsung, die Nummer zwei im Handy-Markt, versucht es in Barcelona ebenfalls mit einem eigenen Betriebssystem, Bada (koreanisch für Ozean). Google gewinnt mit der Industrieallianz um das Betriebssystem Android immer schneller Marktanteile. Gute Karten hat Android unter anderem durch die Vormachtstellung von Google bei Internet-Suche und -Werbung.

In Barcelona zeigte sich Branchenexperte Michael Garten skeptisch, ob neue Plattformen wie Bada und MeeGo langfristig überleben werden. «Im Markt ist Platz für drei, vielleicht vier verschiedene Plattformen – und nicht mehr.»

Über mobile Datendienste wie Internet auf dem Handy redet die Branche schon seit Jahren. Der Unterschied: Jetzt steht der Markt tatsächlich vor einem explosionsartigem Wachstum. 2009 war jedes siebte verkaufte Handy ein Smartphone – in diesem Jahr dürfte es mindestens jedes vierte sein. Zum Jahr 2013 soll der Marktanteil bereits bei 40 Prozent liegen. Im kommenden Jahr wird schätzungsweise deutlich mehr als eine halbe Milliarde Menschen unterwegs mit Breitband-Verbindungen im Internet sein – die Voraussetzung für reibungslose Datendienste.

Die deutlich teureren Smartphones sind jetzt schon ein lukratives Geschäft. Sie werden in diesem Jahr bei einem Marktanteil von 27 Prozent den Herstellern mehr als die Hälfte der Umsätze und 64 Prozent des Gewinns bringen, errechnete das Beratungsunternehmen Informa.

Um die Kehrseite des Booms werden sich vor allem die Mobilfunkbetreiber kümmern müssen. Die explodierende Datenmenge bringt die Netz-Kapazitäten manchmal schon heute an ihre Grenzen und der Daten-Tsunami rollt erst noch an. Die Antwort ist der UMTS-Nachfolgestandard LTE (Long Term Evolution). Erste LTE-Netze werden gerade getestet, der kommerzielle Start der Dienste steht in den kommenden Jahren an, wird aber wieder hohe Investitionen erfordern – die die Nutzer über die Datentarife bezahlen dürften.

Webseite der Messe: www.mobileworldcongress.com

Fachbegriffe zum Mobile World Congress

Breitband: Wird generell als Begriff für schnelle Internet- Verbindungen benutzt. Im Moment ist das schnellste was mobil geht, der Standard UMTS (3G) mit der Erweiterungsstufe HSPA, der in aufgebauten Netzen auf 7 bis 28 MBit pro Sekunde kommt.

LTE: Der Nachfolgestandard für UMTS. LTE (Long Term Evolution) soll in einigen Jahren drastisch höhere Datenübertragungsraten erlauben. Das schnellste Testnetz soll auf einen Gigabit pro Sekunde kommen – 1000 Mal schneller als eine herkömmliche DSL-Leitung.

Smartphone: Eine Kombination aus Mini-Computer und Handy, mit der man von unterwegs ins Internet gehen kann. Mit schnelleren Chips werden die Smartphones hauptsächlich zu Computern, mit denen man auch telefonieren kann. Der Smartphone-Absatz stieg auch in der Krise.

Apps: Programme (Applikationen) für Mobiltelefone. Vorreiter ist der US-Konzern Apple, der einen App Store für sein iPhone startete. Inzwischen wurden dort mehr als drei Milliarden Programme heruntergeladen. Auch andere Hersteller bauen Software-Läden auf.

Android: Ein Handy-Betriebssystem, das das Internet-Konzern Google mit diversen Partnern aus der Mobilfunk-Branche entwickelt hat. Es gilt als starker Spieler im Smartphone-Markt, weil auf seiner Basis unterschiedliche Gerätehersteller ihre Handys produzieren können.

Von service • Abgelegt unter ServicelineKommentar schreiben